Dienstag, 25. März 2008

eine schwarze rose

vor dem abflug am grab von henriette in bojan eine schwarze rose niedergelegt.
erinnerungen an den frühling 1982.
das kleine bistro hoch über triest.
unsere sternschnuppe!
du hattest nackt auf dem tisch getanzt, henriette.
an deinem rotblonden vlies konnten wir uns niemals sattsehn.

Montag, 24. März 2008

sibiu

heut abend im jazz_club.
muß zerstreuung haben.
mariannes tod macht mir zu schaffen.
um mitternacht kommt tatjana.

vatra dorna

jetzt im geburtsort meiner mutter.
das haus verfallen,
eingestürzt das dach, im garten ein verrosteter T34 der roten armee.
im keller finde ich den küchenherd und den samowar meiner mutter.
ich habe das gefühl, meine mutter steht lächelnd in der tür, ihre bernsteinaugen leuchten im kellerhalbdüster.
ein grabeskalter lufthauch berührt das arme herze mein.

herrengasse,czernowitz

null

cimpolung in der bukowina

mein 2ter tag in meiner mutter heimat.
die ganze nacht wach gelegen mit untergehendem mond.
telegramm von marika wegen seelenpein.
es ist kalt im zimmer, heizung ausgefallen.
cognacflasche fast leer.
ich nehme einen letzten schluck.
am glas lippenstift von lydia.
ihr kopfpolster ist noch warm.
ich betrachte meine große zehe.
gelesen bis 3.30 uhr.
juliane und martha sind ratlos, wollen in k. bleiben, bis alles überstanden ist.
nachmittags besuch in der klinik.
der tod hat ein gesicht wie ein engel.

Sonntag, 23. März 2008

czernowitz

czernowitzsoeben angekommen in der stadt meines mütterlichseitigen großvaters
durch die herrengasse flaniert und den über die maßen hübschen ukrainerinnen unter den rock geblickt
ein bier getrunken oder waren es doch eher fünf?
in wohliger verschattetheit dem hotel "zar peter" zu
auf dem weg zwei straßenlaternen unsanft berührt
und
einen über die maßen wütend kläffenden köter aus dem weg gescheucht
erst später sehe ich
daß der köter nur ein auge hat und einen zur hälfte abgerissnen schwanz
und
aus mitgefühl
und weil ich selber nie so versehrt sein möcht wie der dauernswerte köter
beug ich mich zu ihm und versprech ihm die anschaffung einer knackwurst
sobald ich einen fleischhauer seh
derweilen aber spricht mich ein rotarmist an und heischt dollar! zigarette!
visum!
ich aber sag: woher nehmen, guter mann?
er aber sagt: festnahme! vorläufige! folgen auf revier!
ich aber sage ihm
daß mein großvater selig in genau dieser stadt an genau dem bezirksgerichte dieser stadt
als k.k.justizoberoffizial gedient hat
und
hier auch meine großmutter selig an sich zog und im schatten der synagoge ihrer jungfernschaft beraubte
und so
entfernt sich der rotarmist
unter mitnahme meiner mir zwangsweise abgenommenen omega_uhr
und ich
aus schaden nicht klug geworden
geh ins cafe und ruf nach noch einem bier
oder werdens doch noch mehr?

Samstag, 22. März 2008

up up and away!

null

julien und seine lieblingsmagd...

null
...nach dem österlichen beischläfchen

Die Geilheit ist das Vorrecht der Jugend,
wenn man in das Alter kommt,
wo man nicht einmal mehr von der Heilsarmee geküßt wird,
gerät man in Versuchung,
das ganze Häschengerammel
ein bißchen hektisch zu finden.

© Ulrich Erckenbrecht, (*1947), deutscher Schriftsteller und Aphoristiker
Quelle : »Divertimenti« Wortspiele, Sprachspiele, Gedankenspiele, Muriverlag

Freitag, 21. März 2008

knapp vor vollmondmitternacht

allein im bureau mit einem guinness und frank sinatra im cd_player
melanie schläft seit einer stunde und die kazz auch
über dem dorf steht ein wolkenturm im mondlicht
ich fühl mich seltsam vielfältig und der schattenwurf meiner seele kann sich sehn lassen
ich denk so vor mich hin ohne besondere gerichtetheit
und fühl das herz mir
schlagen bis zum hals und darüber hinaus
als sei es noch gestern nacht
als drunten im lichthof die rothaarige mamsell sich wand vor wonnenlust
als sie angesichtig ward
meinerselbstansich
und ich warf nur einen blick hinab
einen flüchtigen
der über ihre nackten brüste lief und ihr rotfelliges dreieck
und dann
schloß ich behende zu das fenster
und hielt den finger auf den button
so lange
bis CNN erschien
und dann erst
war ich
zufrieden

im hof der alten universität in graz

graz-alteuni

a simple point in sepia

null

my best job

screaming-orgasm

Donnerstag, 20. März 2008

in der grazer sporgasse

null

eyepieces

null
null
null

Mittwoch, 19. März 2008

einfach du

beruehrung

dein laecheln tanzt
mit meinen mundwinkeln
entzuecken,
und deine haende legen
sich auf meine haut
wie ein ganz leichter vogel,
der sich vor uebermut
in einen abendtraum verfliegt,
mit fluegeln aus kerzenlicht.

hans kruppa

wasserfall

hüterin
nachtsgroßzeh
sintflut

in the blueness

null

so i am

null

Dienstag, 18. März 2008

vor freude

vor_freude

Ausgepumpt
Zufrieden
Zusammen
Lächelnd
Redend
Angeregt
Träumerisch
Augenblitzig
Unbedingt
Zärtlich
Verwoben
Verworfen
Gierig
Besinnungslos


Ausgepumpt
Zufrieden
Zusammen

that's

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null
null
null
null
null
null
null

für M

Gesang der Frauen an den Dichter


Sieh, wie sich alles auftut: so sind wir;
denn wir sind nichts als solche Seligkeit.
Was Blut und Dunkel war in einem Tier,
das wuchs in uns zur Seele an und schreit
als Seele weiter.

Und es schreit nach dir.
Du freilich nimmst es nur in dein Gesicht
als sei es Landschaft: sanft und ohne Gier.
Und darum meinen wir, du bist es nicht,
nach dem es schreit. Und doch, bist du nicht der,
an den wir uns ganz ohne Rest verlören?

Und werden wir in irgend einem mehr?
Mit uns geht das Unendliche vorbei.
Du aber sei, du Mund, daß wir es hören,
du aber, du Uns-Sagender: du sei.

Aus:Rainer Maria Rilke, Neue Gedichte (1907)
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